Ich bin, was auch immer ich bin.

Veröffentlicht auf von hans-wolfgang

Ich bin, was auch immer ich bin.

Wer bin ich? Ich würde gerne darauf eine definitive Antwort geben, aber genau das ist mir nicht möglich, was nun mal in der Natur der Sache liegt.
Moses ging in die Wüste und Gott erschien ihm als Feuer in einem Dornenbusch. Und der Busch blieb grün und der Busch brannte nicht.

Dies ist ein Indikator, ein metaphorischer Hinweis auf die Paradoxität Gottes. Gott ist ein Paradox, Gott ist unlogisch und Gott ist absurd. Credo quia absurdum est, das ist Tertullians berühmte Äußerung. Ich glaube an Gott, weil es absurd ist. Ich glaube, weil es unglaublich ist.

Bildlich gesprochen, in Form einer Metapher, ist erzählt worden, dass Moses den Busch sah und das Feuer in ihm, und der Busch brannte nicht. Moses muss sehr verwirrt und durcheinander gewesen sein. Und dann beauftragte Gott Moses, die Israeliten aus Ägypten herauszuführen. Und natürlich fragte er: Was soll ich sagen, wenn sie mich fragen, wer mir diesen Auftrag erteilt hat? Und Gott sagte: Sage ihnen: Ich bin, der ich bin.

In der ganzen jüdischen Tradition gibt es keine andere Äußerung, die wichtiger ist als diese: Ich bin, der ich bin. Sogar Gott kann nicht sagen, was er ist.

Ich kann nur sagen, wer ich bin, wenn ich irgendeine Identität habe. Wenn mich jemand fragt, wer ich bin, dann sage ich meinen Namen, wenn ich denke, dass ich mein Name bin. Oder ich identifiziere mich mit meiner Religion oder mit meinem Beruf oder mit meiner Nationalität oder mit meinem Geschlecht. Das sind bloß oberflächliche Identitäten. Tief in mir, in meinem Bewußtsein, im innersten Kern, wer bin ich da? Da verschwinden all diese Identitäten. Wer bin ich da? Ich bin dort einfach. Ich bin, der ich bin. Mehr kann darüber nicht gesagt werden.

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